Heute wurde in der "Hauptkirche" St. Willehad die neue Großgemeinde St. Willehad gegründet.
Durch die Zusammenlegung der Gemeinden besteht St. Willehad nun aus über 10.500 Gemeindemitgliedern.
So stand es in der Wilhelmshavener Zeitung vom 25. Februar 2008 (Seite 3)
Von Ursula Große Bockhorn
Wilhelmshaven -
Der Vertreter des Weihbischofs brachte die Bedeutung des Augenblicks
auf den Punkt, als er gestern Morgen die Teilnehmer zum
Festgottesdienst in der voll besetzten willkommen hieß.
Offizialatsrat Bernd Winter sprach von einer "außerordentlichen,
großen, historischen Versammlung", die zur Gründung einer neuen
Kirchengemeinde zusammengekommen sei.
Durch einen Hoheitsakt des Bischofs werde mit dem gestrigen Tag "die eine neue Kirchengemeinde St. Willehad" gegründet, die bisherigen neun katholischen Kirchengemeinden in Wilhelmshaven, Sande und Roffhausen hörten auf zu existieren. So übergaben Vertreter der bisherigen Gemeinden im Gottesdienst die nun geschlossenen Tauf-, Heirats- und Sterberegister.
Nachdem Winter die Errichtungsurkunde verlesen und übergeben hatte, führte Dechant Franz-Josef Hachmöller Andreas Bolten in das Amt des Pfarrers ein und stellte ihm das Seelsorgeteam zur Seite, dem Hachmöller selbst als "Vicarius cooperator mit dem Titel Pfarrer" angehört.
Mit dem freiwilligen Rücktritt ins zweite Glied hätte Hachmöller nach dem Dechanten-Statut des Bistums Münster die Führung des Dekanates Wilhelmshaven abgeben müssen, dem neben Wilhelmshaven auch die zusammengelegten Gemeinden Varel und Jever angehören. Doch in Anerkennung von Hachmöllers langjährigen Verdiensten und seiner - wie Offizialatsrat Winter betonte - von innerer Größe zeugenden Haltung habe Bischof Dr. Reinhard Lettmann entschieden, dass der seit 1987 Amtierende bis zum 30.9.2011 Dechant bleiben soll. In seiner Predigt gab Winter der neuen Gemeinde auf den Weg, dass die entscheidende Frage für die weitere Entwicklung sei: "Ist der Herr in unserer Mitte?". Beim anschließenden Festakt im Gorch-Fock-Haus erhielten die Mitglieder der Mitwirkungsgremien - Seelsorgerat und Verwaltungsausschuss - ihre Bestellungsurkunden. Horst aus dem Kahmen wurde zum Kirchenprovisor ernannt.
Oberbürgermeister Eberhard Menzel hieß die neue Kirchengemeinde mit ihren mehr als 10000 Mitgliedern als Partner der Stadt willkommen und wies auf den größeren Stellenwert im Vergleich zu den bisherigen Einzelgemeinden hin. Für die Stadt Schortens sicherte Bürgermeister Gerhard Böhling eine weiterin gute Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche zu.
Christian
Scheuer, Kreispfarrer des Kirchenkreises Friesland-Wilhelmshaven, zog
Parallelen zwischen dem katholischen Gemeindezusammenschluss und der evangelischen
Kirchenkreisfusion. Wenn Strukturen nicht mehr tragfähig seien, müssen
neue gefunden werden, damit Kirche weiterhin in ihrer Zeit dem Reich Gottes den Boden bereiten könne.
Das
letzte offizielle Wort hatte der Pfarrer der neuen Gemeinde. Er spürte
nicht nur bei sich selbst Lust und Freude an der neuen Aufgabe. "Ich
glaube, wir können guten Anfangs in die neue Zusammenarbeit gehen."